Pädagogisches Konzept der Krabbelstube Erlangen e.V. „Kleine Flitzer“

Stand: September 2017

Inhalt

1. Partizipation

2. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

3. Pädagogische Gesichtspunkte

3.1 Bindung und Beziehung

3.2 Stärkung der emotionalen und sozialen Kompetenzen

3.3 Kommunikative Kompetenzen

3.4 Körperbezogene Kompetenzen

3.5.Stärkung der Kinder in ihrem positiven Selbstkonzept (Eigenständigkeit und Individualität)

3.6 Kreativität, Spontaneität und Aktivität

3.7 Kompetenzen im kognitiven und lernmethodischen Bereich

4. Unsere Arbeit

4.1 Eingewöhnungsphase

4.2 Tagesablauf

4.3 Besondere Höhepunkte

5. Das Spiel

6. Elterninformation und Elterngespräche

7. Integration und Inklusion

8. Gesetzliche Grundlagen

 

Die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit bildet der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan, dem die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren zu Grunde liegt.

Unsere Krippe ist ein wertvoller Lernort mit familienergänzendem Charakter, wo sich die Kinder sicher und geborgen fühlen sollen. Wichtig ist uns ein intensiver und individueller Bezug zum einzelnen Kind.

Wir arbeiten nach dem situationsorientierten Ansatz, was genaues Beobachten, Einfühlen in die Situation der Kinder und Interesse für die Belange der Kinder voraussetzt. Anhand konkreter Situationen im Tagesablauf, die die Kinder interessieren wird eine ganzheitliche Erziehung angestrebt.

 

1. Partizipation

Unsere Kinder sollen sich an den Aufgaben des Alltags und deren Verrichtung beteiligen können und als Gestalter ihres eigenen Lebens Selbstwirksamkeit erfahren.

Wir wollen die Kinder als Ideen- und Beschwerdeführer aktiv mit einbeziehen, so dass sie erleben können, dass sie bei Unzufriedenheit auch über Ausdrucksformen wie Weinen, Zurückziehen und Aggressivität ernst und wahrgenommen werden.

Das Ziel soll der Erwerb der Kompetenzen für angemessene Formen der Beschwerdeäußerung sein wie z.B.:

  • höflich fragen
  • nicht schlagen
  • sagen, was los ist
  • Mut haben, abzulehnen
  • sich nicht alles gefallen lassen

Die Kleinen können sich noch nicht so gut wie Erwachsene oder ältere Kinder sprachlich mitteilen, sie tun dies eher durch Mimik und Gestik. Darum ist es wichtig, die Kinder genau zu beobachten und die Äußerungen der Kinder auch richtig zu deuten. Das Personal soll darin geschult sein und sich immer im Austausch darüber mit den anderen Teammitgliedern und auch den Eltern befinden, so dass Wünsche und Interessen der Kinder in den Tagesablauf eingebaut werden können.

Beispiele:

  • was oder wie viel sie essen möchten
  • was sie spielen oder singen möchten
  • Spielzeug soll möglichst frei zugänglich sein
  • Projektthemen und Ausflugsziele nach den Äußerungen und Wünschen der Kinder auswählen
  • neben wem darf das Kind sitzen oder mit wem zusammen spielen
  • evtl. gruppenübergreifende Angebote
  • auch mal nicht mit raus gehen
  • mal was bewusst allein machen lassen

Trotzdem ist es wichtig, trotz aller Hilfe zur Selbständigkeit und dem Eingehen auf die Bedürfnisse der Kinder diese vor Überforderung zu schützen.

Zu viel Spielzeug, zu viele Auswahlmöglichkeiten oder alles allein entscheiden lassen kann man die Kleinen nicht, da sie noch nicht immer selbst entscheiden können, was für sie gut und richtig ist.

2. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

Wie jede andere Kindereinrichtung sind wir verpflichtet, bei Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung geeignete Mittel und Wege zu nutzen, um die Kinder und Eltern auf entsprechende Hilfen hinzuweisen oder darauf hinzuwirken.

In der Einrichtung sind konkrete Handlungsleitlinien für den Umgang bei Kindeswohlgefährdung ausgearbeitet worden und jede Mitarbeiterin hat die Pflicht, sich bei ersten Anzeichen an diese zu halten.

Eine Erzieherin unserer Einrichtung besucht monatlich eine Supervisionsgruppe zum Thema Kindeswohlgefährdung § 8a.

3. Pädagogische Gesichtspunkte

3.1 Bindung und Beziehung

Die Voraussetzung für eine stabile und sichere Bindung und Beziehung zwischen Erzieher und Kind ist für uns eine feinfühlige Eingewöhnungsphase. In der Arbeit mit den Kindern ist uns ein achtsamer und wertschätzender Umgang von Bedeutung.

Außerdem brauchen die Kinder feste Orientierungspunkte, die es sowohl durch die dauerhafte und intensive Beziehung zu den Eltern als auch durch den Aufbau konstanter Beziehungen zu den Betreuern und den Kindern der Kindergruppe erfährt. Einen weiteren Halt finden die Kinder in einem geregelten Tagesablauf, einer konstanten Gruppenzusammensetzung und der festen Bezugsperson.

3.2 Stärkung der emotionalen und sozialen Kompetenzen

Bei uns lernen Kleinkinder soziale und emotionale Kompetenzen durch die Zugehörigkeit und den Umgang in der Gruppe. Wir unterstützen die Kinder, sich gegenseitig zu helfen, sich zu trösten, sie lernen mit Gefühlen umzugehen, sie motivieren sich zum gemeinsamen Spiel und übernehmen schon einfache Aufgaben für die Gruppe. Wir leben ihnen den liebe- und respektvollen Umgang miteinander vor. Bei Streitigkeiten der Kinder untereinander versuchen wir uns so weit wie möglich zurückzuhalten, denn schon die Kleinen sind in der Lage, bestimmte Konflikte selbst zu lösen.

3.3 Kommunikative Kompetenzen

Der Prozess des Spracherwerbs ist enorm wichtig für die Kinder.

Durch kindgemäße Gespräche, Singen und den Gebrauch vieler, kleiner Reime, Gedichte, Bilderbücher und Fingerspiele unterstützen wir das Erlernen der Sprache erheblich (ständige Wiederholungen). Auch im Umgang miteinander werden die Kinder mehr und mehr dazu angeregt, sich der Sprache zu bedienen. Im Alltag achten wir darauf, möglichst viel sprachlich zu begleiten und Dinge zu benennen.

3.4 Körperbezogene Kompetenzen

Grob- und Feinmotorik werden durch vielfältige Angebote während des gesamten Tagesablaufs gestärkt, indem die Kinder so oft es geht selbst tätig sein dürfen.

Wir beobachten die Kinder und fördern sie altersentsprechend mit gezielten Angeboten.

Grobmotorik: z.B. laufen, rennen, hüpfen, sich auf einen Stuhl setzen, die Treppe steigen usw.

Feinmotorik: z.B. Kette auffädeln, Papier schneiden, einen Stift halten usw.

Wir versuchen, mit den Kindern täglich rauszugehen.

Unter Sauberkeitserziehung verstehen wir nicht nur die schrittweise Hinführung der Kinder zum selbstständigen Benutzen der Toilette, sondern auch die Körperpflege, wie das Hände- bzw. Gesicht- waschen, das Wickeln, Eincremen u.Ä.

Die Kinder werden bei Bedarf gewickelt.

Den Zeitpunkt für den Beginn der Entwöhnung von der Windel sprechen wir mit den Eltern ab und versuchen, diesen Prozess mit den Eltern in gleicher Art und Weise zu begleiten.

3.5. Stärkung der Kinder in ihrem positiven Selbstkonzept (Eigenständigkeit und Individualität)

Wir wollen die Kinder zur größtmöglichen Eigenständigkeit erziehen und sie als individuelle Persönlichkeiten respektieren. Vertrauen in das Kind ist hierzu notwendig.

Wir versuchen die Kinder schrittweise an Ziele heranzuführen, anstatt die fertigen Lösungen vorzugeben. Um Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu fördern, müssen die Kinder in lebenspraktische, alltägliche Handlungsabläufe (An- und Ausziehen, Waschen, Aufräumen, Kochen usw.) mit einbezogen werden.

Gleichzeitig sollen sie die Möglichkeit bekommen, eigene Entscheidungen zu fällen und Gefahren zu erkennen.

Obwohl die Gruppenerziehung ein wesentliches Element bei der Erziehungsarbeit darstellt, werden die Wünsche und Bedürfnisse des Einzelnen akzeptiert.

Ein Kind darf und soll „nein“ sagen können.

3.6 Kreativität, Spontanität und Aktivität

Die Kinder sollen durch geeignete, fantasieanregende Materialien, Techniken und Angebote sowie durch geeignete Raumausstattung motiviert werden, ihre kreativen Fähigkeiten zu entwickeln und tätig zu werden. Wichtig ist die Freude am Tun: Nicht das Ergebnis, sondern das Tun ist das Entscheidende. Selbermachen lassen, die Förderung der sinnlichen Wahrnehmung (Tasten, Schmecken, Fühlen, Riechen und Hören), Zeit zum Ausprobieren, Vielfältigkeit und Mut zu Neuem fördern die Entwicklung der Kinder.

Um den kindlichen Bewegungsdrang unterstützen zu können, bieten wir ausreichend Gelegenheiten (Sportraum, Aufenthalt im Freien, Bewegungsspiele, Musik zum Tanzen etc.).

3.7 Kompetenzen im kognitiven und lernmethodischen Bereich

Fantasie und Vorstellungsvermögen

Kausale Abfolgen und Zusammenhänge

Begriffe bilden

Lernen durch Beobachtung

Lernen mit allen Sinnen

Lernen lernen

Aufmerksamkeit und Konzentrtion

Umwelterfahrungen

Um den Kindern auch die Umgebung außerhalb der Krabbelstube näher zu bringen, gehen wir so oft wie möglich ins Freie. Dabei werden Erfahrungen in der Natur (Wechsel der Jahreszeiten, Beobachten von Tieren, Pflanzen und Wettererscheinungen) gesammelt sowie erste Verkehrsregeln und umweltgerechtes Verhalten geübt. Bei Spaziergängen lernen die Kinder das Wohngebiet kennen und sich zu orientieren.

Durch geeignetes Spielzeug und Angebote wird das Kind angeregt, sich in Anfängen über einen längeren Zeitraum mit einer Sache zu beschäftigen.

Wichtig ist uns, dass es kein Überangebot an Materialien und Spielzeug gibt und die Kinder Rückzugsmöglichkeiten finden.

4. Unsere Arbeit

4.1 Eingewöhnungsphase (wir arbeiten nach dem Berliner Modell)

Für die Eingewöhnung des Kindes sollten sich die Eltern ausreichend Zeit nehmen.

Am Anfang (etwa 3 Tage) ist ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind nur ca. 1 Stunde in der Einrichtung, damit das Kind durch die vielen neuen Eindrücke nicht überfordert wird. Eltern und Kind sollen die Erzieherinnen, Kinder und die Räumlichkeiten kennen lernen.

Die Betreuungspersonen beobachten dabei die Reaktionen, Vorlieben, Besonderheiten und Eigenheiten des Kindes, um später, auch in Abwesenheit der Eltern, individuell auf das neue Kind eingehen zu können. Zwischen allen Beteiligten soll Vertrauen aufgebaut werden.

In dieser Phase sollten sich Mutter oder Vater eher passiv verhalten, ihr Kind nicht drängen, sich von ihnen zu entfernen und es immer akzeptieren, wenn das Kind ihre Nähe sucht. Wenn das Kind bereit ist, wird es von sich aus die Umgebung erkunden.

In Absprache mit dem begleitenden Elternteil werden dann nächste kleine Schritte (wie Verlängerung der Besuchszeit, erste Übergabe an eine Betreuungsperson, erstes Verlassen des Raumes u.Ä.) festgelegt. In zunehmendem Maße übernimmt eine Betreuerin die Versorgung des Kindes (Füttern, Wickeln) und bietet sich als Spielpartnerin an.

Mutter und Vater überlassen es nun den Betreuerinnen, auf die Signale des Kindes zu reagieren, und helfen nur dann, wenn das Kind noch nicht auf die Betreuer reagiert.

Unter Beachtung der Reaktion des Kindes wird nun der Zeitraum, in dem das Kind allein in der Krabbelstube bleibt, vergrößert. Der begleitende Elternteil hält sich aber weiter in der Nähe auf.

Die Eltern bleiben nicht mehr in der Einrichtung, sind jedoch jederzeit telefonisch erreichbar.

Die Eingewöhnung ist dann abgeschlossen, wenn das Kind die Betreuer als Bezugspersonen anerkennt und sich von ihnen trösten lässt. Es kann vorkommen, dass das Kind beim Weggang seiner Eltern weint, wichtig ist dann, dass es schnell wieder beruhigt werden kann und danach in guter Stimmung Spielangeboten und Aktivitäten nachgehen kann.

Es kann nicht vorher gesagt werden, wie lange die Eingewöhnung dauert, da jedes Kind anders reagiert. Es sollte aber mit einer behutsamen Eingewöhnung von 1-3 Wochen gerechnet werden.

Was brauchen die Kinder?

Betreuungsvertrag, Vereinsmitgliedschaftsformular, Anmeldebogen und Nutzungszeitformular sind schon vor der Eingewöhnungszeit auszufüllen und abzugeben. Auch der Dauerauftrag für die Betreuungs- und Nebenkosten muss vorher eingerichtet sein.

Für den Krabbelstubenbesuch:

  • Windeln
  • Kleidung zum Wechseln
  • Hausschuhe
  • Schlafanzug
  • Flasche bzw. Tasse
  • Kuscheltier, Schnuller o.Ä. bei Bedarf
  • Foto Familie

(Eigentum namentlich kennzeichnen)

4.2 Tagesablauf

Blumengruppe (Ganztagsgruppe)

In dieser Gruppe werden den ganzen Tag Kinder betreut.

ab 7.45 – 8.30 Uhr Freispiel, Bringen der Kinder

ab 8.30 Uhr gemeinsames Frühstück

9.00 – 10.45 Uhr Freispiel, Angebote zum Malen, Kneten, Kleben, Basteln, Schneiden, Singen, Tanzen, Musizieren, Sport treiben, Verkleiden, Aufenthalt im Freien, Spazier- und Beobachtungsgänge usw. Abwechslungsreiches und von den Wünschen und Bedürfnissen geprägtes Angebot (evtl. auch Schlaf)

10.45 – 11.00 Uhr Waschen, Wickeln, Toiletten- und Töpfchengang bei Bedarf

gegen 11.00 Uhr warmes Mittagessen danach Vorbereitung für den Mittagsschlaf

12:30 Uhr bis 12:45 Uhr Abholzeit

13.30 – 14.00 Uhr Anziehen und Wickeln der Kinder, die schon geschlafen haben

14.00 – 17:15 Uhr stündlich Abholzeit; je nach Buchungszeit

14.00 – 17:15 Uhr Freispiel und Angebote wie am Vormittag

ca. 14.30 Uhr Brotzeit für alle Kinder

17.15 Uhr Krabbelstube schließt

 

Käfergruppe

ab 7.45 – 8.30 Uhr Freispiel, Bringen der Kinder

ab 8.30 Uhr gemeinsames Frühstück

9.00 – 10.45 Uhr Freispiel, Angebote zum Malen, Kneten, Kleben, Basteln, Schneiden, Singen, Tanzen, Musizieren, Sport treiben, Verkleiden, Aufenthalt im Freien, Spazier- und Beobachtungsgänge usw. Abwechslungsreiches und von den Wünschen und Bedürfnissen geprägtes Angebot (evtl. auch Schlaf)

10.45 – 11.00 Uhr Waschen, Wickeln, Toiletten- und Töpfchengang bei Bedarf

gegen 11.00 Uhr warmes Mittagessen danach Mittagsschlaf der Kinder

bis 13.00 Uhr Anziehen und Wickeln der Kinder, die schon ausgeschlafen haben

13.00 – 13.45 Uhr Freispiel und verschiedene Angebote

13.45 – 14.15 Uhr Abholen der Kinder, Käfergruppe schließt

Kinder die mehr Stunden gebucht haben, gehen um 14:30 Uhr mit einer Erzieherin in die Blumengruppe.

 

4.3 Besondere Höhepunkte

Besondere Höhepunkte im Krabbelstubenalltag sind:

  • Eingewöhnungen
  • Geburtstagsfeiern
  • Ausflüge
  • Faschingsfeier
  • Osterfest
  • Sommerfest
  • Laternenfest
  • Nikolausfeier
  • Weihnachtsfeier
  • Abschiedsfeier für Kinder, die in den Kindergarten kommen
  • Elterncafe

5. Das Spiel

Spiel ist ein Grundbedürfnis jedes Kindes und die Art und Weise, wie ein Kind die Welt begreift und entdeckt.

Schon kleine Kinder fangen damit an, ohne dass es ihnen jemand gezeigt hat.

Was lernen Kinder durch das Spiel ?

  • Auseinandersetzen mit der Umwelt
  • Erlebnisse verarbeiten
  • Mitteilungsfähigkeit
  • Gefühle wahrnehmen (Freude, Schmerz usw.)
  • Regeln und Grenzen erfahren (Aufräumen usw.)
  • Sinnesschulung
  • Stärken und Schwächen erfahren
  • Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Ausdauer
  • Kreativität, eigene Ideen fördern
  • Kontakt zu anderen Kindern aufnehmen
  • Bewegungsdrang ausleben
  • Bedürfnissen nachgehen (Entspannen, Beobachten, Entdecken usw.)
  • Kindliche Neugierde ausleben
  • Sozialverhalten
  • Konfliktlösung

Was bedeutet Freispiel ? Freispiel ist ein wichtiger Abschnitt im Tagesablauf.

„Frei“ – spielen heißt selbst zu entscheiden:

  • was man spielen möchte,
  • mit wem man spielen möchte,
  • wo man spielen möchte,
  • womit und wie lange man spielen möchte.

Verhalten der Betreuer ?

Wir vermitteln, beobachten, spielen mit, stellen Materialien bereit, sind Gesprächspartner und geben Anregungen.

Bei Bedarf lenken wir für ein einzelnes Kind oder eine Kleingruppe gezielt.

6. Elterninformation und Elterngespräche

Unsere Arbeit in der Krabbelstube soll die Erziehung in der Familie ergänzen. Wir können sie nicht ersetzen. Deshalb ist unser Anliegen, einen engen, aufgeschlossenen und ehrlichen Kontakt zu den Eltern herzustellen.

Bei Gesprächen ( Eltern-/Entwicklungsgesprächen, Tür-und Angelgesprächen), Elternabende, Mitgliederversammlungen und Feiern möchten wir gemeinsame pädagogische Wege und Möglichkeiten für die Erziehung der Kinder finden.

Jedes Kind hat eine Portfoliomappe, in der durch den Erzieher, Lernerfolge und Erlebnisse durch Fotos und Text dokumentiert werden. Das Portfolio ist ein Instrument, das Beobachtung und Dokumentation zusammenführen kann, für alle am Bildungsprozess beteiligten Personen nutzbar macht und deshalb geeignet ist, Lern- und Entwicklungsprozesse sowie pädagogische Arbeit zu dokumentieren und zu reflektieren.

Die Portfoliomappe steht den Eltern jederzeit zur Verfügung.

In unserem Schaukasten hängen wir Fotos von Ereignissen aus der Krabbelstube aus.

Über Termine und organisatorische Fragen werden die Eltern per Aushang, Infobrief oder per Mail informiert.

Etwa halbjährlich findet ein Elternabend statt. Diese Veranstaltung bietet die Möglichkeit, auch andere Eltern kennen zu lernen, sich über aktuelle, pädagogische Themen zu informieren, die Organisation der Krabbelstube besser zu verstehen und um das Mitspracherecht wahrzunehmen.

Einmal jährlich findet eine anonyme Elternbefragung statt.

7. Integration und Inklusion

Der Begriff Inklusion hat seine Wurzeln im Lateinischen. Dort bedeutet das Verb includere einlassen und einschließen, das Substantiv inclusio bedeutet Einschließung und Einbeziehung.

Als soziologischer Begriff beschreibt das Konzept der Inklusion eine Gesellschaft, in der jeder Mensch akzeptiert wird und gleichberechtigt und selbstbestimmt an dieser teilhaben darf. Unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religion oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen.

In der inklusiven Gesellschaft gibt es keine definierte Normalität, die jedes Mitglied dieser Gesellschaft anzustreben oder zu erfüllen hat. Normal ist allein die Tatsache, dass Unterschiede vorhanden sind. Diese Unterschiede werden als Bereicherung aufgefasst und haben keine Auswirkungen auf das selbstverständliche Recht der Individuen auf Teilhabe. Aufgabe der Gesellschaft ist es, in allen Lebensbereichen Strukturen zu schaffen, die es den Mitgliedern dieser Gesellschaft ermöglichen, sich barrierefrei darin zu bewegen.

So auch im Bereich der Bildung. Die inklusive Pädagogik beschreibt einen Ansatz, der im Wesentlichen auf der Wertschätzung der Vielfalt beruht. In einem inklusiven Bildungssystem lernen Menschen mit und ohne Behinderungen von Anfang an gemeinsam. Homogene und damit separierende Lerngruppen werden nicht gebildet. Von der Kindertagesstätte über die Schulen und Hochschulen bis hin zu Einrichtungen der Weiterbildung wird niemand aufgrund einer Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen. Vielmehr ist es die Aufgabe des Bildungssystems, durch das Bereitstellen von speziellen Mitteln und Methoden einzelne Lernende besonders zu unterstützen und zu fördern. Nicht das Individuum muss sich also an ein bestimmtes System anpassen, sondern das System muss umgekehrt die Bedürfnisse aller Lernenden berücksichtigen und sich gegebenenfalls anpassen. (Autorin: Andrea Schöh)

Die Kinderkrippe „Kleine Flitzer“e.V. ist grundsätzlich bereit Integrativkinder aufzunehmen. Nach Absprache mit dem Vorstand, dem Team, den Eltern und dem Fachdienst wird für jeden einzelnen Fall entschieden, ob wir das Kind in unserer Einrichtung aufnehmen können.

Pädagogen und Therapeuten aus dem Bereich der Frühförderung können zur Unterstützung in die Einrichtung kommen. Sie können unsere Arbeit gezielt unterstützen. Sehr wichtig ist uns ein enger Kontakt und Austausch zwischen dem externen Fachpersonal, den pädagogischen Mitarbeitern und den Eltern über die Entwicklung des Kindes.

Dazu gehört auch, dass das Personal sich mit Fachliteratur und Fort- und Weiterbildungen auf jeden einzelnen Fall vorbereitet und spezialisiert.

8. Gesetzliche Grundlagen

Das bayrische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) mit seiner Ausführungsverordnung (AV BayKiBiG) bildet unsere gesetzliche Grundlage.

Unsere pädagogische Arbeit leitet sich ab aus den Bildungs- und Erziehungszielen des bayrischen Bildungs- und Erziehungsplans (BEP).